Golf spielen an der Oberweser


Ganz ruhig flie├čt die Weser bei Polle

Eine Golfreise mit dem Baron von Münchhausen und dem Oberweserdampfschiffahrtgesellschaftskapitän

Im Weserbergland hat es zu allen Zeiten besondere Käuze und Originale gegeben. Der Baron von Münchhausen log in Bodenwerder das Blaue vom Himmel, Doktor Eisenbart kurierte “seine Leut´“ auf die ihm sehr eigene Art, und der Rattenfänger von Hameln entführte vertrauensselige, unschuldige Kinder. Eine solcherart geschichts- und geschichtenträchtige Landschaft war uns eine Entdeckungsreise wert.

Wir fuhren an die Weser und wohnten im Schlosshotel Münchhausen direkt am Golfplatz des Hamelner Golfclubs. Ein 5-Sterne Refugium fernab der Hektik unserer Zeit im Renaissance Schloss Schwöbber. Ruhe und relaxe Momente im luxuriösen SPA- und Wellness-Bereich, Gourmeterlebnisse mit französisch-mediterraner Küche. Von hier aus kann man schnell drei ganz ausgezeichnete Golfplätze erreichen:
Den Golf Club Weserbergland in Polle, den Pyrmonter Golf Club in Lügde und den Hamelner Golfclub Schloss Schwöbber mit zwei Plätzen direkt am Hotel.

Bevor wir ins Hotel fuhren, machten wir mit dem Raddampfer KARLSHAFEN vom Hameln aus eine Schiffstour nach Bodenwerder. Als wir mit dem Kapitän ins Gespräch kamen und ihm erzählten, dass wir zum Golfen hier seien, berichtete er, dass er vor kurzem seine Platzreife gemacht habe, und ließ als Oberweserdampfschifffahrtgesellschaftskapitän eine typische Anfängerbegeisterung auf uns los.
Wie einst Baron von Münchhausen von seinem Ritt auf der Kanonenkugel erzählte, so berichtete er von langen Drives, vom ersten Par und von hohen Schlägen über langes Wasser. Golf war im Moment das Größte für ihn.
Als er uns zum Abschied sagte, dass er ab morgen zwei Tage frei habe, luden wir ihn spontan zu unserer Golfrunde für den nächsten Tag in den Hamelner Golfclub in Schwöbber ein.

Unser “Golfbaron von Münchhausen“, wie wir ihn heimlich nannten, war pünktlich am Abschlag.  Schon auf den ersten Bahnen überraschte er uns. Er spielte viel besser, als wir es von einem Anfänger erwartet hatten. Es war eine Freude, mit ihm Golf zu spielen. Die Bahnen Sechs bis Vierzehn des Master Platzes oben im Wald, verlangen mehr als nur Spiellaune und golferisches Können. Hier wuchert die Runde mit den Geschenken der Natur und lässt die reizlosen Flachbahnen vor der Sechs vergessen. Longhitter mit Platzkenntnissen erwartet die größte Herausforderung am Abschlag der Neun. Ein 462 Meter langes Par 5 kann als Tigerline gespielt werden, aber wehe, die Länge reicht nicht!  Zur spannendsten Passage zählt die Zwölf. Den langen Abschlag stört ein Baum mitten auf dem Fairway. Der zweite Schlag muss präzise bei 125 Metern vorm Grün landen, um den Ball im rechten Winkel zur Fahne spielen zu können. "Warum können nicht alle Golfbahnen auf dieser Welt so interessant sein wie die Zwölf auf Schloss Schwöbber", mag man denken, wenn man viele Golfplätze kennt. Unser “Golfbaron“ schlug sich zwar sehr tapfer, begriff aber auf dieser Runde auch, dass man gutes und erfolgreiches Golf nicht so kurzfristig lernen kann, wie er gedacht hatte.  

Unsere nächste Golfrunde spielten wir ohne unseren Weser-Kapitän. Er musste sein Schiff steuern, aber morgen will er wieder dabei sein.
Die Golfanlage Weserbergland in Polle ist ein Course der besonderen Art. Inmitten des Platzes stehen 14 sehr schöne Skulpturen namhafter Künstler. Die 18 Bahnen sind allesamt eine konditionelle und auch golftechnische Herausforderung. Von der Vier bis zur Acht meint man, im Mittelgebirge zu sein. Immer bergauf, Bäche, Baumgruppen und dann erhöht liegende Grüns. Am 5. Loch überquert man die Grenze zu Nordrhein-Westfalen mit dem Blick auf den Köterberg. Am Abschlag des 8. Loches befindet man sich dann wieder in Niedersachsen und schaut weiträumig auf das im Tal gelegene Clubgelände. Wer auf diesen Bahnen Par spielt, darf ohne Übertreibung sagen, dass er zu den Besseren seiner Zunft gehört. Von uns spielte hier niemand ein Par. Polle ist einen schönen Golftag wert.

Auf dem Platz des Pyrmonter Golf Clubs war unser Kapitän am nächsten Tag wieder dabei. Er hat hier schon öfter mal gespielt
Nach den ersten neun sehr höhenunterschiedlichen Bahnen, versprach er uns, dass sich der Platz ab der Zehn ändern würde. Wir erwarteten leichtes und flaches Gelände, aber es kam anders. Die zweiten Pyrmonter Neun sind noch bergzickiger als die ersten. Wer hier keine gute Kondition hat, für den wird es schwer. Der Platz liegt auf einer bergigen Höhe mit herrlich weiten Ausblicken aufs Weserbergland. Auf der Sieben erlebt man etwas Besonderes. Der Abschlag liegt in Nordrhein-Westfalen, das Grün in Niedersachsen. Geradezu Par unspielbar ist die Fünfzehn. Selbst nach einem sehr langen Abschlag ins Tal liegt das kleine bunkergeschützte Grün noch so weit oben, dass es schier unmöglich scheint, mit dem zweiten Schlag da zu sein. Trotz der vielen raffinierten Schwierigkeiten kamen wir mit anständigen Scores ins Clubhaus.
Der Clubpräsident, ein Bekannter unseres mittlerweile lieb gewonnenen Kapitäns, lud uns voller Stolz auf seinen schönen Platz zum Essen ein und ließ Hamelner Rattenschwänze servieren. Kapitän Müller spendierte heimisches Bier und so wurde es ein lustig feuchter Abend.
Die Golftour mit unserem Kapitän bleibt uns in bester  Erinnerung. 



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