Golf du Touquet - Golfen wie Gott in Frankreich


Ein Abend in Le Touques Altstadt war ein stimmungsvoller Abschied unserer Golfreise.

Eine Golfreise in Frankreichs Côte d`Opale an der Kanalküste

Gleich hinter Belgien und weit vor der Normandie liegt im Norden von Frankreich eine weithin unbekannte, ganz zauberhafte Golfregion, die Côte d`Opale. Unbekannt, weil man entweder durch den Euro-Tunnel nach England fährt, oder weil man südlich vorbei rast, um nach Paris oder an die weit entfernte Atlantikküste zu kommen. Schade, denn genau da liegt ein Eldorado für Golfer: GOLF DU TOUQUET.

Die kleine gleichnamige Stadt Le Touquet-Paris-Plage wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von den Engländern als mondäner Badeort mit Spielcasinos, Pferderennbahnen und Luxushotels im viktorianischen Stil erbaut. Und wie es für Engländer comme il faut ist, baute man auch einen Golfplatz, den für die damalige Zeit exklusiven Touquet La Foret.
Direkt an diesem Golfplatz liegt in absolut ruhiger Lage das mit drei Sternen wenigstens um einen Stern unterbewertete Hotel Touquet Manoir. Es war eine Woche lang unser Zuhause. Eine Wohlfühloase par exzellente.

Vier sehr unterschiedliche Plätze direkt am Hotel, bzw. ganz in der Nähe, warten darauf, von erlebnishungrigen Golfern erobert zu werden: Die Golf du Touquet Plätze La Mer und La Foret, und die Hardelot Courses Les Pins und Les Dunes.

Der Touquet La Mer liegt ganz nahe am Hotel in den Dünen und ist ein typischer Golf-Links. Ein Parcour, der das ganze Material eines Küstenplatzes in sich trägt und instinktsicher in Szene gesetzt wurde. Sein struppiger Charme kommt nicht auf versteckten Sohlen, sondern ziemlich expressiv in Schüben und Ausbrüchen daher. Man fühlt sich wie in Schottland, jedoch mit dem Vorteil, dass hier viel schöneres Wetter ist und der Wind nicht so stark bläst. Hier werden immer wieder MAJORS ausgetragen, und das allein sagt genug über die Qualität des Platzes. Der wahrscheinlich schwierigste Platz im ganzen Norden Frankreichs.

Direkt am Hotel beginnt der Touquet La Foret. Ein Course, der nicht versucht, gegen das Landschaftsbild anzukämpfen und niemals den Konflikt mit der Natur heraufbeschwört. Phantastische Greens, hoch bebunkert und phantasievoll in die Landschaft integriert. Ein Platz wie aus einem Guss, zu dessen Ordnung die großzügigen Baumkulissen bewusst beitragen. Mit scheinbar müheloser, dennoch aussagekräftiger Brillanz ist die Runde eine Reise voll stiller Schönheit durch Waldschneisen und malerisches Terrain.

Ein Leckerbissen für sich sind die nahe gelegenen Hardelot Les Pins und Les Dunes Golfplätze.

Der Hardelot Les Pins Course ist eine internationale Institution, denn er gehört seit 80 Jahren zu den schönsten Golfplätzen in ganz Frankreich. Nicht experimentell, aber originell, nicht verblüffend, sondern einleuchtend. Die Fairways liegen inmitten sehr alter Pinien und sind recht hügelig und irgendwie immer und überall schräg. Es gibt kaum einen Platz, auf dem sich unbehandelte Natur so breit macht wie hier. Das Dach der Bäume bietet Schatten, und wild wachsende Blumen bringen Farbe ins Spiel. Für mich ist Les Pins einer der schönsten Golfplätze, die ich je gespielt habe.

Der Hardelot Les Dunes ist ein Eldorado für Spieler, die mit den langen Eisen trefflich umzugehen verstehen. Hin und her gerissen zwischen Senken und Erhebungen gelingt der Zugriff auf die kleinen, pfeilschnellen Greens oft nur im Fluge. Der Variationsreichtum der Löcher ist immens, sie kommen in allen Längen und raffinierten Bunkerplatzierungen daher. Eine Kulisse für den Luxus, der sprichwörtliche Höhepunkt einer golferischen Tour de France. Wer nicht gut zu Fuß ist, sollte ein Golf-Cart nehmen, denn gerade für diesen Platz wäre es schade, wenn die Kräfte nachließen und man ihn nicht völlig und ganz genießen könnte.

Im Gourmet-Restaurant des Touquet Manoir Hotels zelebriert der Maitre de Cuisine festliche Golf-Menüs der allerfeinsten Art. Zum Beispiel Austern in einer Soße aus Schalotten und Weinessig. Demoiselles de Charbourg, das sind kleine Hummer die in Weinsud zubereitet und mit Butter serviert werden. Als Höhepunkt Pré sa Ples: Lammfleisch von Tieren, die auf den Salzwiesen der Baie du Mont Saint Michel gegrast haben. Ein Genuss, für den es sich lohnt, im Manoir Hotel zu essen.

Ein Besuch im nahe gelegenen Restaurant Aux Pecheurs D Étables ist ebenfalls ein Muss. Es liegt direkt über der größten Fischmarkt-Halle der Küste in Etables sur Mer, und dementsprechend frisch und gut sind die Fische. Auch wenn es dem Geldbeutel weh tut, die Meeresplatte Le Plateau Opale, sollte man probiert haben.

Nahe an der Küste liegt noch ein weiterer sehr interessanter Golfplatz; der Golf Wimereux. Der typische Dünenplatz hat hohe Linksqualitäten. Ein ungeschminktes Gelände, von dem man die englische Küste und seine Kreidefelsen sehen kann. Die Runde stellt, was ich nicht unterschlagen möchte, höchste Anforderungen an die Spieler.

In der Côte d`Opale gibt es viel Interessantes und Schönes zu entdecken, nicht nur Golfplätze.



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