Auszeit zwischen Weinbergen und ObstgÃĪrten in Tirol


Das Hotel Schwarzschmidt in Lana hat 4 Sterne

Eine Golf- und Genussreise mit Dietmar Welle

Wie von der Morgensonne geküsst schmiegt sich der  Weinberg  von Franz Pfeifhofer an den sanft geschwungenen Hang. Pfeifhofers von Wind und Wetter gegerbtes Gesicht strahlt Zufriedenheit und Zuversicht aus. So, als ruhe er in sich selbst, wissend, was ihm als Winzer und Menschenfreund wichtig ist.
„Wir müssen die Natur erhalten, müssen versuchen, sie intakt unseren Nachfahren zu übergeben.“ So lautet sein Credo und so will er leben in Lana, im Meraner Land, in Südtirol. Dabei zupft der Mittfünfziger an einem Rebstock und reibt die Weinblätter zwischen seinen Fingern. „Riecht toll“, sagt er und begrüßt dabei ein paar Besucher, die sich auf seinem Zollweghof zu einer Weinprobe einfinden: „Kommt rein, fühlt Euch wohl, genießt den Abend.“ 

Pfeifhofer selbst kann noch nicht Feierabend machen. Es gibt zu viel zu tun auf seinem historischen Weinhof, der 1345 erstmals Erwähnung fand und nach einer langen Geschichte seit fast 30 Jahren biologisch bewirtschaftet wird. Doch bis zum Bio-Hof bedurfte es eines gezielten Anlaufs. Pfeifhofer erinnert sich an die Anfänge  in den  80-er Jahren. „Die Demeter-Philosophie hat mich schon immer fasziniert und mir war auch schon immer klar, dass Chemie auf dem Weinberg langfristig keine Zukunft hat.“ 

Ein agrarökologisches Seminar in Bozen öffnete Pfeifhofer endgültig die Augen. „Die schädlichen Auswirkungen traten drastisch zu Tage. Ich war Mitte 20 und habe auch an meine Familie gedacht. Es war mir ein Anliegen, mich zu ändern und eine andere Art des Weinanbaus in Angriff zu nehmen.
“Doch ganz so einfach gestaltete sich die neue Bio-Winzerei keineswegs. „Die Pflanzen waren einfach anders determiniert und gar nicht darauf gewappnet, ohne Chemie auszukommen“, erinnert sich Pfeifhofer. Unter dem Motto „Aus Freude biologisch, aus Überzeugung biodynamisch“ gelang es zusammen mit seiner Lebensgefährtin Irmgard Windegger, den Widrigkeiten der Anfänge zu trotzen, den Erkrankungen der Weinstöcke zu begegnen. Zum Beispiel durch die Einführung von Reblaus resistentem Wurzelgut aus Amerika und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen Pilz.

Und schon seit Jahren zeigt sich der Erfolg mit einer ausgezeichneten Ausbeute: „Swing“, ein Rosé-Schaumwein, prickelnd frisch und fruchtig mit feiner Perlage gehört ebenso dazu wie  „Goldrauf“, ein in Amphoren und Akazienholz gereifter Weißwein, goldfarben mit Noten von Sommerblumen und reifen Früchten oder  „Braunsberg“, ein Cuveé aus resistenten Rotweintrauben, die nach biodynamischen Richtlinien angebaut werden.

Gemeinsam mit Irmgard Windegger leitet Pfeifhofer den Weinbau auf zwei Hektar eigenem Land und einem gepachteten Hektar, betreibt eine Kellerwirtschaft und organisiert den Weinverkauf aus einem seit dem 14. Jahrhundert existierenden urwüchsigen Gewölbekeller heraus. Irmgard Windegger produziert auch ihren eigenen Wein, ist Sommelier und gehört der italienischen Vereinigung „Donne del Vino“ an. Das ist der weltweit größte Weinverband von Weinfrauen.

Sohn Manuel Pfeifhofer hat sein Glück auch auf dem Zollweghof gefunden. Doch nicht die Traube ist des Manuels Passion, sondern der Apfel. Und der genießt in Lana und Umgebung einen ausgezeichneten Ruf. Geht es nach dem heutigen Geschmack, so müssen die Äpfel klein, farbenfroh und süßlich sein. Das war nicht immer so wie ein Besuch im Südtiroler Obstbaumuseum im Brandiswaalweg in Lana zeigt. Dort stellt sich die Vielfalt der Apfelkultur rund um die Marktgemeinde Lana dar mit einer Auswahl von traditionellen Werkzeugen. Da sticht besonders die einbeinige Leiter heraus, auf der die Pflücker in die Bäume kletterten, um die Ernte einzufahren. 

„Am Hang wächst der Wein, in der Ebene die Äpfel“, sagt die symphatische Lisa vom Tourismusbüro aus Lana, wo eines der größten Apfel-Anbaugebiete Europas seine Heimat hat.
Dabei blinzelt sie zum Hausberg, dem Vigljoch, der mit seinen 1050 Metern zum Skifahren einlädt.

Doch dafür ist es in diesen Tagen noch zu früh.Viel näher liegt ein Besuch des Golfklubs Lana, dessen Fairways sich zwischen den Apfelplantagen so richtig wohl zu fühlen scheinen. Von Mitte Februar bis Mitte Dezember bietet der auf dem Gutshof Brandis beheimatete Neun-Löcher-Parcours den vollen Golfgenuss. Der erste Golfball flog auf diesem Golfplatz am 24. August des Jahres 1998. Der renommierte englische Golfplatz-Designer Michael Pinnerm, ehemaliger Mitarbeiter von Jack Niklaus Golfdesign, hat hier einen wunderschönen Neun-Löcher-Parcours entworfen. 2793 Meter Länge (Damen 2436 Meter), drei Par 3, vier Par 4 und zwei Par 5 (Par 70).
Die Besonderheit im Golfclub Lana - unterhalb der Burgruine "Brandis" - ist der freie Blick auf das weite Etschtal einerseits, andererseits die Nähe zu den Obstplantagen und Weinbergen und der direkte Bezug zum wahren Charakter des Landes und seiner Leute. Genau so einladend ist die ausnehmend lange Saison – hier, wo ein mediterranes Klima im Herzen der Alpen schlägt.
Der Platz übt auf  jede Handicap-Klasse seinen Reiz aus, den der Klub für 44 Euro für neun Löcher und 75 Euro für 18 Löcher anbietet. Petra an der Golf-Rezeption gibt gern Hilfestellung bei der Orientierung und sorgt auch rasch für ein Elektrocart, das angesichts der ebenen Spielflächen  aber kaum benötigt wird. Der Ferienort Lana liegt in der klimatisch günstigen Talsohle der Etsch zwischen Bozen und Meran
Die Lage des Platzes trumpft nicht nur mit geographisch-klimatischen Vorzügen. Waren Sie auch noch eine halbe Stunde vorher am Bozener Flugplatz oder auf der Autobahn, schwingen Sie jetzt schon den Golfschläger in der erfrischenden Naturlandschaft zwischen den Weinbergen und Obstgärten von Lana.

Urlaubern stellt sich oft die Frage, wo sie ihre Tage in Lana und Umgebung verbringen sollen. Nun, die Auswahl ist groß. 41 Hotels und Gasthöfe, 56 Pensionen, 100 Mal Urlaub auf dem Bauernhof, 53 Privatvermieter und vier Campingplätze bieten eine schier überwältigende Vielfalt. Für jeden Geldbeutel ist etwas dabei. 

Franz Pfeifhofer, der sein früh begonnenes Tagewerk als Weinbauer bei  anbrechender Dämmerung hinter sich hat,  lacht, als er sagt: „Wir haben gerne Gäste, wir schenken gern unseren Wein aus - aber danach, da sind wir gern als Familie unter uns und genießen den leichten Wind von den Bergen und den Blick ins Tal, wenn sich die Abendsonne mit einem letzten Gruß für heute verabschiedet.“

Während unserer Zeit in Lana wohnten wir im Sterne Hotel Schwarzschmied. Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Schöner kann man im Urlaub kaum wohnen.

 

 

 

 

 

 

 



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