S√úDTIROL...zum Golf spielen und zum Urlaub machen


Dietmar Welle zu Gast im Hotel Pfösl mit Blick auf die Dolomiten

Wer jemals die gewundenen Straßen von Bozen in Südtirol Richtung Deutschnofen  mit dem Auto gefahren ist, der weiß, wie es sich anfühlt, in eine  ganz andere  Welt einzutauchen. Plötzlich schmiegen sich die Weiden mit ihrem prächtigen grünen Gewand an die Hügel, die Luft wird klarer und die Vögel scheinen irgendwie noch lustiger und lebensfroher zu zwitschern als unten im Tal.

Wir haben uns  aufgemacht, um in einer der schönsten Regionen Italiens, in Südtirol,  ein paar entspannte Runden Golf zu spielen. Kein Problem in einer Gegend, in der die Golfer sich sofort zu Hause fühlen.

Unsere erste Station ist der Golfclub Petersburg. Nach einer kurzen Anfahrt von unserem Hotel Pösl (darauf kommen wir später noch zu sprechen) durch beschauliche Dörfer und vorbei an Gebirgsbächen heißt es plötzlich Blinker rechts und es geht  steil bergab direkt zum Club. Der Blick auf die herrschaftlich dastehenden Dolomiten ist atemberaubend.

Die 18 Löcher, fein gepflegt und mit mittelgroßen, bestens gepflegten Grüns versehen, liegen auf einem Hochplateau des Reggelbergs und sind für Einsteiger wie Könner bestens geeignet. Gleich auf der ersten Spielbahn schießt das Adrenalin in die Adern, denn  das an sich kurze Par vier mit 305 Metern für die Herren und 270 Metern für die Damen verlangt einen geraden, mittellangen  Drive, um dann mit dem zweiten Schlag das erhöht angelegte Grün anzugreifen. Die Bahnen, zusammengefügt auf ein Par 71, schlängeln sich zumeist durch eine bewaldete Flur auf einer Länge von 5371 Metern für die Herren und 4754 Metern  für die Damen. Es öffnet mit großer Leichtigkeit zwischen dem alten Baumbestand und den perfekt gemähten Fairways einmal kurz zu verschnaufen und sich der idyllischen Ruhe zu verschreiben.
Wir haben die 18 Löcher (Greenfee 75 Euro) mit einem Ziehtrolley absolviert, etwas weniger körperlich fordernd ist ein Elektrocart, das sich die Greenfeespieler allerdings vorher reservieren lassen sollten. Das Petersberger Sekretariat ist mit außerordentlicher Freundlichkeit besetzt. Und falls nicht alles  geklappt beim Schlägerschwingen und das Fingerspitzengefühl beim Spielen noch nachzubessern ist, dann steht Anthony Jackson  gern bereit. Der Golflehrer unterrichtet am Petersberg schon seit 13 Jahren und verrät gern seine Teaching-Geheimnisse.

Nur sechs Kilometer geht es zurück zum bereits erwähnten Hotel Pfösl, in dem wir unsere Urlaubstage verbringen. Umfangreiche Umbauarbeiten haben das Hotel im Jahr 2017 zu einem optischen Genuss werden lassen. Die Außenfassade ist in Farbe und Material an den denkmalgeschützten Stadel des früheren Bauernhofes Pfösl angelehnt. Die heutigen Gastgeberinnen, die Schwestern Brigitte und Eva Zelger, übernahmen 2007 das 1950 errichtete Stammhaus von ihren Eltern und verwandelten es peu à peu in ein modernes Vier-Sterne-Superior-Hotel umgeben von 35 Wiesen und Wäldern.

„Wir fühlen uns hier selbst so wohl und aufgehoben“,  lässt Brigitte Zelger ihren Blick schweifen über das Anwesen mit seinen wunderbar hergerichteten Zimmern, 18 Suiten, Kaminlounge, 25 Meter langem Infinity-Sole-Pool und und, und…... Brigitte Zelger hat ein ebenso einfaches wie überzeugendes Credo: „Man muss sich selbst einbringen.“ Gemeinsam mit ihrer Schwester und deren Ehemann Daniel Mahlknecht lebt Brigitte Zelger inmitten dem Kraftort Pfösl mit ihren Gästen, die zu jeder Jahreszeit willkommen sind. Im Nebenjob so zu sagen, nimmt Brigitte Zelger die Position einer „Gemeinderätin mit Sonderfunktion“ in ihrem Heimatort ein und kümmert sich um Dorfentwicklung und Dorfmarketing. Kein Wunder, dass das Pfösl mit seinem Design, der exzellenten, natürlichen Kulinarik, der Vielfalt von Flora und Fauna und der herrlichen Naturbezogenheit zu den Vorzeigedestinationen der Region zählt.
„Ich fahre gern mit dem Mountainbike“, beschreibt Brigitte Zelger eines ihrer Hobbys mit einem charmanten Lächeln: „Zum Golfen fehlt mir noch die Zeit.“

Das ist bei uns anders. Schon in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages wartet eine besondere Herausforderung auf. Die Neun-Löcher-Anlage des Golfclubs Carezza von Welschnofen, ein paar Kilometer von Deutschnofen entfernt. „Da dürfen Sie schon richtig gespannt sein“, steigert  Max aus Freiburg, ein Pfösl-Stammgast, unsere Vorfreude auf einen wunderbaren Tag.
Der Golf Club Carezza verfügt zwar „nur“ über neun Löcher – aber die haben es in sich. Denn der älteste Golfplatz Südtirols, besteht seit mehr als 100 Jahre und liegt auf 1680 Metern Meereshöhe. Er wird als „The Mountain Beast“ bezeichnet – und das kommt nicht von ungefähr, denn beim Golfspiel  am Karerpass werden bis zu 400 Höhenmeter überwunden. Er ist einer der ausdauerndsten sowie technisch anspruchsvollsten Golfplätze Südtirols. Das atemberaubende Panorama auf den Rosengarten hält lange Zeit Erinnerungen an ein Golfspiel unter bezaubernder Kulisse wach.

Bereits der Hochadel Europas wusste von der Schönheit des Golfplatzes am Karerpass und kam bereits um 1905 nach Südtirol, um dort dem geliebten Golfsport zu frönen. Der Golf Club Carezza gehört nach wie vor zu einem der Schmuckstücke Südtirols. Jedes Jahr werden zahlreiche Golfturniere veranstaltet. Besonders bekannt ist dabei der Alpin Iron Man, eines der härtesten Golfturniere der Region, mit einer Spielzeit von etwa zwölf Stunden, die von den Teilnehmern viel Kondition und Ausdauer erwartet. Das Greenfee liegt bei 75 Euro für 18 Löcher. Die Gäste tummeln sich in  der vom 25. Mai bis Mitte Oktober dauernden Saison.

„Wie war es?“, begrüßt uns Brigitte Zelger mit einem strahlenden Lächeln bei unserer Rückkehr ins Pfösl. „Danke, schöner kann es kaum sein“, erwidern wir und freuen uns schon auf eine Zirbenmassage im SPA und ein frisches Bergquellwasser. „Heute geh‘ ich, komm ich wieder, singen wir ganz andre Lieder. Wo so viel sich hoffen lässt, ist der Abschied ja ein Fest“, tröstet uns  die Pfösl-Abschiedspost  mit einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe. Nächstes Jahr lösen wir das Versprechen, wieder zu kommen, mehr als gern ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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