Fancourt in Südafrika


Farbiges Haus bei George

Golf spielen bei den Eltern von Ernie Els auf dem Fancourt Golf Course in Südafrika


Dass die Garden Route in unseren kalten Wintermonaten zu den begehrtesten Golfgegenden gehört, hat sich herumgesprochen. Schlechtes Golf-Wetter gibt es nicht. Das von Hasso Plattner geschaffene FANCOURT ist das eindrucksvollste Golfressort in Südafrika. Es liegt an der Garden Route bei George.

Vor einer Stunde bin ich auf dem George Airport gelandet. Jetzt sitzen wir auf der Terrasse vom SAP-Golferparadies Fancourt und trinken Iced Mocha Coffee. Direkt vor unserer Nase liegt das malerisch schöne 18te Grün des berühmten Montagu Courses. Neels Els, das ist der Vater von Erni Els, hat mich vom Flughafen in George abholt, um mit mir Golf zu spielen. Er will mir Fancourt zeigen.

Auf Fancourt gibt es vier Golfplätze. Wir spielen den von Gary Player gestalteten Montagu Course.  Neels Els ist ein exzellenter Golfspieler. Zu seiner besten Zeit war sein Handicap eine Eins. Ich bin gespannt, wie er spielt, denn schließlich war er der erste Trainer seines Sohnes Ernie, und der ist schließlich einer der weltweit erfolgreichsten Golf-Profis. Schon auf der Eins, einem 335 m langen Par 4, zeigt Neels, was gutes Golf ist. Mit zwei Schlägen ist er auf dem Grün und das ist für ihn ein sicheres Par. Beim nächsten Loch, einem Par 3, landet sein Abschlag im rechten Bunker, und er verpasst das Par nur ganz knapp.

"Wie war das eigentlich mit Ernie, wie kam er zum Golf?"
Mit fünf Jahren sei Ernie schon mit über den Platz gegangen, erzählt Neels. Die Schläger habe er natürlich noch nicht richtig halten können, habe aber die Putt-Linien oft schon besser gelesen, als er selbst. "Manchmal, wenn ich anders puttete, als er es mir geraten hatte, war Ernie so ärgerlich, dass er ein paar Bahnen lang nicht mit mir sprach! Der eigentliche Förderer fürs Golfspiel aber," sagt Neels mit Nachdruck, "war der Vater meiner Frau. Der nahm Ernie immer wieder mit auf die Runde, und begeisterte ihn für diesen Sport. Mein Schwiegervater spielte mit 82 Jahren noch Handicap 20. Zu ihm hatte Ernie von jeher eine besonders innige Beziehung. "

"War Ernie ein sportliches Kind?"
Er sei eigentlich für den Sport geboren, sagt sein Vater. Alles, was mit Bällen zu tun gehabt habe, Tennis, Cricket und Golf zum Beispiel, habe ihn interessiert. Sein größtes Ziel aber sei es gewesen, in allen Sportarten besser zu sein, als sein drei Jahre älterer Bruder Dirk. Aber das wäre ihm nicht gelungen, denn sein Bruder, ebenfalls ein hochbegabter Allroundsportler, war ihm eben immer um drei Jahre voraus. Ernie habe gekämpft und gekämpft, aber Dirk habe ihn nie gewinnen lassen. Erst als Dirk einen schweren Motorradunfall hatte und fast ein Jahr im Gipsbett liegen musste, sei Ernie an ihm vorbeigezogen.

Die nächsten drei Löcher spielt Neels jeweils Par. Nach einem Bogey, zwei Doppelbogeys -vielleicht frage ich zu viel- und einem Birdie, beendet er die First Nine mit einem Par und hat gute 39 Schläge auf seiner Score-Karte. Ich spiele eine 40 und erstaune sowohl Neels als auch mich.

Bei Leckereien vom Grill im Halfway-house erzählt Neels von Ernie.

Als er längst ein guter Tennisspieler gewesen sei, und Bruder Dirk und er als Schüler-Rugby-Gespann gefürchtet waren, habe Ernie in seiner Freizeit - als Trainingseinheit für später - stundenlang Golfbälle mit dem Pitching-Wedge über das 2 stöckige Elternhaus in Johannisburg geschlagen und manche Scheibe zerdonnert. „Als er mit zwölf Jahren barfuß auf unserem Snookertisch puttete, um sich schon mal auf die schnellen Greens von Augusta vorzubereiten, wussten wir, Golfprofi ist das Richtige für ihn!“

Der Vater lacht: "Ich planierte unseren Tennisplatz, baute im Garten ein Putting-Green mit Bunkern, und so konnten unsere Kinder und deren Freunde täglich Golfen üben. Ernie war der Ehrgeizigste. "Mit 13 gewann er die Mini Masters in Lonehill, ein Jahr später war er Sieger bei den Junioren-Meisterschaften von Amerika, und mit 16 wurde er Südafrikanischer Amateurmeister bei den Erwachsenen." 

Wir gehen zur Zehn. Neels spielt die ersten beiden Löcher nur als Bogey und Doppelbogey. Er kommt nicht so recht in Schwung. Vielleicht ist er mit den Gedanken noch bei der grandiosen Entwicklung seines Sohnes. Auf der Zwölf und der Dreizehn aber puttet er jeweils zum Par, und ist wieder im Spiel.

„Eines Tages,“ erzählt er auf dem Weg zum nächsten Abschlag, „hat Ernies Patentante Lena von ihrer Farm im Landesinneren aus angerufen und sich über Ernie empört. Sie sähe ihn öfter im Fernsehen, und in der Zeitung stünde auch dauernd etwas über sein Golfspiel, aber es wäre ja wohl bald an der Zeit, einen Beruf zu erlernen. Er könne mit 17 doch nicht immer nur spielen und spielen und spielen, er müsse ja wohl endlich auch mal etwas lernen und Geld verdienen!“

Lachend sagt Neels: "Heute ist Tante Lena stolz auf ihr Patenkind und hat ihm sein "Immer nur spielen“ längst verziehen. Mitten in der Nacht steht sie auf, um Ernie irgendwo auf der Welt im Fernsehen Golfen zu sehen."

Mir hat die  Golfrunde Spaß gemacht, Neels ist nicht ganz zufrieden. Vielleicht habe ich ihn müde gefragt. Mit einem neugierigen Flightpartner im Schlepp ist seine 78 trotzdem ein gutes Ergebnis. Dass ich meinen 40 der ersten Neun nur noch 39 Schläge hinzuzählen musste, konnte ich selbst kaum glauben. Mit dem von Neels ausgewählten Caddie aber war das möglich. Er wählte für mich die Schläger aus und las die Puttlinien. Ohne diesen Caddie hätte ich dieses Ergebnis nie spielen können. Aber was soll´s, gespielt ist gespielt. 79 Schläge auf dem Montagu Course spiele ich nie wieder. Ich habe dem Caddie ein dickes Trinkgeld gegeben.

Übrigens: Auf der Bahn 14 klauen die in den Bäumen lebenden Affen schon mal Ihren Ball. Nicht schimpfen, man darf straffrei droppen.

Abends sind meine Frau und ich Gäste bei der Familie Els. Ihr Haus liegt direkt am Strand des Indischen Ozeans. Wir sitzen am offenen Fenster des Wohnzimmers und haben einen phantastischen Ausblick aufs Meer. "Wenn uns unsere Enkel besuchen, können wir sie am Strand spielen sehen, und das ist Glück," sagt Hettie Els. "Morgens tummeln sich ganz nahe am Strand mehr als 100 Delphine. Wenn unsere Enkelkinder größer sind, werden sie vielleicht mit ihnen um die Wette schwimmen," träumt sie ein wenig. Ihre drei Kinder: Dirk, Carina, Ernie und die Enkel sind ihr ganzer Stolz. Die Wände hängen voll mit Großfotos und Ölbildern von ihnen.

Spät verabschieden wir uns von unseren liebenswerten Gastgebern. Ein interessanter Tag ist zu Ende.

"See you again soon" rufen sie uns zu. Wir hoffen es, denn es war schön bei den Eltern von Ernie Els an der Garden Route in Süd Afrika.

FANCORT GOLF:   www.fancourt.co.za

Ganz in der Nähe von Fancourt hat Erni Els ein eigenes Golfressort, den Oubaai Golf Course. Der Platz in der Herolds Bay ist sehr spektakulär. Er liegt direkt am Meer und ist in einem ganz hervorragenden Zustand. Ich habe es genossen, diesen Course zu spielen.
www.oubaaigolf.co.za 

 



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