Belgiens 3-Sterne-Starkoch Geert Van Hecke kocht in Br├╝gge


Der Damme Golfplatz liegt in einer idyllischen Polderlandschaft

Im Herzen von Brügges Altstadt strebt Geert Van Hecke in seinem Restaurant DE KARMELIET nach gastronomischer Perfektion. Mein Freund Peter und ich haben es erlebt. Unser Besuch bei ihm war ein kulinarisches Highlight, und auf zwei schönen Plätzen Golf gespielt haben wir auch.

Belgien ist ein Land der Feinschmecker. Kein Land in Europa hat in seiner Relation zur Einwohnerzahl so viele Michelin-Sterne wie Belgien. Es gibt in Belgien achtzehn 1-Sterne-, zehn 2-Sterne- und zwei 3-Sterne-Köche. Geert Van Hecke ist ihr absoluter Star. Seine Frau Mireille, heimliche Chefin des Restaurants, hat für uns einen Termin mit ihrem Mann gemacht. „Mein Mann hat sich drei Stunden Zeit genommen. Er freut sich auf Sie. Länger sollten Sie ihn allerdings nicht für sich beanspruchen, wir brauchen ihn in der Küche“, sagt sie mir am Telefon.

Es ist ein stiller Morgen in Brügges Altstadt. Geert Van Hecke empfängt uns im Foyer seines Restaurants. „Gut, dass Sie pünktlich sind“, begrüßt er uns, „ich habe eine Überraschung für Sie.“ Er geht mit uns zum nahen Kanal, keine 100 Meter weit. „Sehen Sie das kleine Boot dort an der Brücke“, fragt er uns, „das gehört meinem Freund, und mit dem Boot werden wir eine Fahrt durch die Kanäle der Altstadt machen. Bevor ich Sie in meine Küche lasse, sollen Sie meine Stadt vom Wasser aus kennen lernen. Wir wollen unter niedrigen uralten Brücken hindurch fahren und an historischen Steinhäusern vorbei gleiten. Sie sollen auch die lauschigen Kanalgärten sehen, in denen ich als Kind gespielt habe.“

Geert Van Hecke fährt ganz langsam. Er erklärt uns die Kostbarkeiten seiner Stadt mit so viel Begeisterung, dass wir fast glauben, er macht diese Bootsfahrt gar nicht so sehr für uns, sondern vielmehr für sich selbst. Und so ist es wohl auch. „Wissen Sie“, erzählt er uns zwischen zwei Brücken, “ich mache diese Kanalfahrt für mein Leben gern. Ich war lange nicht mehr mit dem Boot hier auf dem Wasser und da kam mir Ihr Besuch gerade recht.“ Hinter einer Brücke am Woensdagmarkt legt er am Ufer an und packt einen kleinen Picknick-Korb aus. „Meine Frau hat ihn gepackt. Lassen wir es uns schmecken“. Er öffnet eine Flasche Rosato Frizzante. „Belebend, frisch, prickelnd und schön fruchtig“, erklärt mir der Fachmann. „Es ist der Lieblings-Apéritif meiner Frau. Mal sehen, was wir noch alles finden.“ Sie hat belegte Brote eingepackt. „Typisch für meine Frau. Ich will Ihnen mit Spezialitäten imponieren, und sie macht Butterbrote. Aber, das müssen Sie wissen, alles was hier im Korb ist, haben wir in unserer Küche selbst zubereitet. Das knusprige Bauernbrot, den gebratenen Aal und die Hähnchenpastete auch. Guten Appetit“!

Wir verbringen auf dem kleinen Boot zwei wunderschöne Stunden zusammen. Er erzählt uns, dass er ganz in der Nähe von Brügge geboren wurde und in der Altstadt aufgewachsen ist. „Meine Mutter war eine außergewöhnlich gute Köchin. Wir hatten einen Garten mit Obstbäumen und viel Geflügel. Puten, Hühner und Enten, Gemüse holte mein Vater von den Bauern. Wenn ich meiner Mutter helfen durfte, war ich glücklich. Spezialist war ich im Rollen von Kroketten, und das machte ich so perfekt, dass ich mir heimlich wünschte, Weltmeister im Kroketten rollen zu werden.“ Er lacht.

Geert Van Hecke wurde Koch, etwas anderes zu werden, kam ihm nie in den Sinn. Er besuchte eine Hotelschule, kochte in der Villa Lorraine und bei dem absoluten Spitzen-Cuisinier Alain Chapel. „Als ich nach Belgien zurück kam und Sous Chef im Brüsseler Le Cravache d´Or geworden war, dachte ich daran mich selbständig machen.“   

1983 eröffnet Geert Van Hecke ein kleines Lokal und macht schon sehr bald durch seine kreative französisch-flämische Küche auf sich aufmerksam. Nach wenigen Jahren war das Lokal zu klein. Er erwarb ein ehemaliges Klostergebäude der Karmelieter, gestaltete es um, und in diesem Haus kocht er noch heute. „Als ich meinen ersten Michelin-Stern bekam, war ich mächtig stolz. Auch der zweite, vier Jahre später, war eine besondere Auszeichnung, und als ich den dritten Stern bekam, und damit der einzige 3-Sterne-Koch Belgiens war, schien mir diese Auszeichnung das Größte, was ein Koch erreichen kann.“ Geert Van Hecke schmunzelt vielsagend. „Ich habe seit dieser Zeit immer wieder Angebote bekommen, im Fernsehen aufzutreten und Show- Cooker zu werden. Das reizt natürlich und viel Ruhm und Ehr und viel Geld bringt es auch, aber irgendwie ist das nicht mein Ding. Wer zu mir nach Brügge ins De Karmeliet kommt, der weiß, dass ich in der Küche stehe und selbst koche. Ich bemühe mich, Haute Cuisine einfach zu gestalten, wahrnehmbar und verständlich für alle.“

Nach unserer Bootsfahrt setzen wir uns noch eine Weile in seinen Garten. Hier stehen - romantisch eingebunden - viele moderne Plastiken. „Ich liebe diese Kunst. Mein Lieblingskünstler ist Jan Voss. Er gilt in Frankreich als einer der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart. Er ist Stammgast, kommt von Zeit zu Zeit vorbei, bringt ein neues Bild mit und bleibt einen langen Abend in meinem Lokal.“

Mit der Klasse der vielen Sterne-Restaurants in Belgien steigt auch die Bedeutung von Tradition und regionaler Qualität.
„Mosselen mit Frieten ist das belgische Nationalgericht, immer köstlich“, erzählt er. „Die Muscheln frisch aus dem Meer und die Pommes Frites aus besten heimischen Kartoffeln. Den überragenden Ruf unserer flämischen Küche auf Cuisine-Niveau begründen sie aber nicht. Die Mischung aus vieler Länder Küchen kommt den Köchen hier in Flandern zugute. Jede fremde Macht brachte ihr Rezeptbuch mit. Gutes blieb hängen, Schlechtes wurde nicht überliefert. Besonders gaumenfreudig war der Einfluss Burgunds. Die Nähe zum Meer bringt zusätzliche Möglichkeiten für die Vielfalt der Gerichte. Sie sehen“, sieht er uns stolz an, „wir leben hier in Flandern in einer paradiesischen Region für eine gute Küche!“

Abends treffen wir uns in seinem Lokal. Er hat uns eingeladen. Stilvoll leger geht es hier zu. Einige Gäste sind mit dem Fahrrad gekommen. An den Wänden hängen große, ausdrucksstarke Bilder, in den Wandnischen stehen kräftig modellierte Plastiken. Man spürt, hier wird mit Liebe arrangiert und gestaltet. Geert Van Heckes Frau Mireille begrüßt uns und geleitet uns zum Tisch. Sie setzt sich kurz zu uns und sagt fast geflüstert: „Mein Mann hat mir begeistert von der Bootsfahrt erzählt. Dass er ihnen sein Brügge von den Grachten aus zeigen konnte, hat ihm sehr gefallen.“
Geert van Hecke empfiehlt uns sein Menü mit heimischen Spezialitäten. Frische Muscheln in belgischem Weißbier mit großen Zwiebelringen. Hopfensuppe mit Jets d´houblon. Schmeckt sehr gut, haben wir nie vorher  gegessen. Dazu trinken wir ein belgisches Bier. Danach gibt es Buikspek vom Spanferkel glaciert mit heißer Schokolade und Chicoréesalat. Kaninchen in Pflaumen geschmort sind der lukullische Höhepunkt.
Man schmeckt die Liebe des Geert Van Hecke zu einheimischen Produkten, es ist wie Patriotismus am Herd.

DE KARMELIET Geert van Hecken 
www.dekarmeliet.be
Direkt nebenan gibt es heute ein Karmeliet Bistro für´s kleine Budget.

Hotel Dukes Palace in Brügge
www.hoteldukespalace.com/de/

Mein Tipp: Ganz in der Nähe von Brügge gibt es zwei sehr interessante Golfplätze, die es lohnen sie zu spielen, wenn man in Brügge ist.

Royal Latem Golf Club
www.latemgolf.be
In Sint-Martens-Latem, das den Beinamen „Künstlerdorf an der Leie“ hat, liegt der mehr als 100 Jahre alte Royal Latem Golf Club. Der königliche Golfclub ist ein privater Verein. Gäste sind willkommen. Die 18 Bahnen liegen in einer hügeligen Parklandschaft. Geschickt platzierte Wasserhindernisse und die vielen alten Bäume machen den Platz zu einem Juwel. Royal Latem ist einer der schönsten Plätze in Belgien.

Damme Golf & Country Club
www.dammegolf.be
Ein Platz, der inmitten einer idyllischen Polderlandschaft liegt, und den Regeln der Landschaftsvorgabe folgt und zugleich reine Natur ist. Das sportliche Golfspiel ist hier in Damme nicht so wichtig wie das “Was bin“ oder das “Was habe ich“, trotzdem ist der Platz eine Golfrunde wert.



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