Im Weinland rund um den Tafelberg


Luxuriöse Segelyacht im Kapstädter Hafen mit Blick auf den Tafelberg

Golfen am Kap der Guten Hoffnung in Südafrika ist mehr als nur ein Golfurlaub

 

Es ist Anfang Februar. Wir sind in Südafrika am Kap der guten Hoffnung. Man hatte uns gewarnt. Der afrikanische Sommer sei unerträglich heiß
hatte man uns gesagt, er sei trocken und schwül hörten wir, und Golfspielen zu dieser Jahreszeit sei eine Qual, hieß es.
Es war anders.
Wir hatten nie mehr als 30 Grad. Das Klima war genau so, wie wir Mitteleuropäer es uns in der golftrostlosen Zeit ersehnen, und von großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht haben wir auch nichts gemerkt. Kurz gesagt, wir hatten Traumwetter. Gut, dass wir auf die Neunmalschlauen nicht gehört haben, und im Februar nach Südafrika geflogen sind.
Dabei war der erste Eindruck gar nicht angenehm. Nach 13 Stunden Flug direkt am Airport die kilometerlangen Townships links und rechts der Schnellstraßen die vielen Elendsbaracken, in denen die Menschen unter ärmlichsten Verhältnissen leben. Wie, so fragt man sich bei der Ankunft unwillkürlich, wie soll man hier einen sorglosen und schönen Urlaub machen, ohne Gewissensbisse zu haben und sich für unseren Wohlstand zu schämen. Auch das ist ein afrikanisches Moment.

Die Gegend rund um Kapstadt ist ein Reiseland, das jedem Besucher etwas bietet: Eine glitzernde Metropole, herrliche Badestrände am Indischen Ozean, Gebirge mit atemberaubenden Wasserfällen, erlesene Weine in kapholländischen Herrenhäusern, und für Golfer mehr als 20 Golfplätze.

Zugegeben, nicht alle Golfplätze lohnen den langen Flug, aber fast die Hälfte ist außergewöhnlich attraktiv. Einige von ihnen gehören zu den Schönsten in ganz Afrika, und die sollte man gespielt haben: WESTLAKE, PAARL, STEENBERG, ARABELLA, CLOVELLY, ERINVALE und HERMANUS.

Aber Golfen ist hier nicht alles. Eindrucksvoller als die Golfplätze - und deshalb tiefer im Gedächtnis geblieben - ist mir das Weinland rund um Stellenbosch und Franschhoek. Franschhoek (Französische Ecke) gilt als Gourmethauptstadt des Landes. Galerien und  Weinlese im Februar, hohe Kochkunst überall und selbstverständliche Gastlichkeit. Am „Cap der guten Tropfen“ kann der Besuch auf einem Weingut, in weißen Giebelhäusern und romantischen Rosengärten den Wunsch aufkommen lassen, hier für immer wohnen zu wollen.

Die Holländer haben das Land zwar besiedelt, die Franzosen aber brachten den richtigen Umgang mit den Reben und führten die Haute Cuisine ein. Das Weinland ist ein Schlemmerparadies. Neben Springbockfilets und Straußensteaks werden französische Klassiker serviert. Wer gern mal ein Picknick in den Reben machen möchte, der sollte sich das vom Weingut Boschendahl organisieren lassen. Mit einem Korb voll Wurst und Käse, rotem Cabernet Sauvignon und weißem Cap-Riesling geht es ins Grüne. Eine romantische Weinland-Idylle par Excellenze. Lieber einmal weniger Golf spielen, als ein afrikanisches Picknick nicht erlebt zu haben.
Zu den Mitbringseln aus dem Weinland gehören einige gute Weine. Wir entschieden uns für den 99ger Pinot Noir vom Vriesenhof. Sie schmeckten uns zuhause dann so gut, dass wir je eine 36ger Einheit direkt beim Hersteller nachordern werden.

Die Kapstädter selbst sind verwöhnt von der Schönheit der Umgebung und den vielen Möglichkeiten, sich einen schönen Tag zu machen. Sie sind ein fröhliches Völkchen und verweigern sich dem Stress. „Alles hat Zeit, und alles braucht seine Zeit“, ist ihre Devise. Böse Zungen nennen  diese Eigenart zwar „Cap-Koma“, für freundliche Menschen aber ist es glückliche Lebensart.

Der mehr als tausend Meter hohe Tafelberg ist selbstverständlicher Programmpunkt einer Reise ans Kap. Wir hätten uns diese Fahrt mit der Gondel zur Bergstation sparen können. Plötzlich aufkommender Nebel zwang uns, ohne viel gesehen zu haben, mit Sirenengeheul zur Talstation zurück zu fahren. Schade, die Aussicht wäre phantastisch gewesen.

Im ältesten Teil des Hafens liegt ein Einkaufszentrum, das als eines der schönsten im Land gilt. Jedes gute Kapstädter Geschäft hat hier eine Filiale. Da lässt es sich vortrefflich und für unseren EURO preiswert shoppen.

Wer zum Golfen in die Kap-Region reist, dem kann man drei Dinge ziemlich sicher garantieren:
Zwölf Monate lang gutes Golfwetter, freundliche Menschen, die allesamt glauben, im richtigen Land der Erde zu leben, und sehr günstige Preise für alles. Mehr als 50 Euro fürs Greenfee haben wir nirgendwo bezahlt.

Kapstadt und das Weinland sollten in keinem Portfolio ernsthaft interessierter Golfer fehlen.

 



Kommentar schreiben: